
Jung, dynamisch, erfolgreich – abgesichert?
23.01.2007
1:59 min
Versicherungen spielen für Existenzgründer selten eine Rolle
Stuhr, Januar 2007. Umfangreich propagiert die Bundesregierung seit einigen Jahren mehr Mut zur Selbstständigkeit. Frei nach dem Motto „der Staat hilft denen, die sich selber helfen“ haben Förderprogramme für Unternehmensgründungen und -übernahmen Hochkonjunktur. Vom Businessplan über Buchhaltungskurs bis hin zur Finanzierungsstrategie können Jungunternehmer und Start-ups mit Unterstützung rechnen. Die Regierung fördert zwar Selbstständigkeit, sichert sie aber nicht ab. „Unternehmer müssen sich ein eigenes Sicherungsnetz aufbauen“, erklärt Michael Bartneck, Geschäftführer beim unabhängigen Finanz- und Versicherungsdienstleister Franzen + Partner.
Als Teil dieses Netzes bietet sich neben der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auch die „Dread Disease“-Versicherung an, die greift, sobald der Versicherungsnehmer schwer erkrankt. Die Policen sichern einen Katalog von Erkrankungen wie beispielsweise Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall ab. Bricht eine dieser Krankheiten aus, erhält der Versicherungsnehmer die Versicherungssumme – je nach Policenhöhe zum Beispiel 250.000 Euro – sofort ausbezahlt. Bei der BU dagegen müssen je nach Versicherungsgesellschaft erst bestimmte Kriterien erfüllt werden, damit eine monatliche Rente geleistet wird. Zunächst ist allerdings erforderlich, dass ein Arzt die Berufsunfähigkeit feststellt, die fortan regelmäßig überprüft wird.
„Welche Absicherung die richtige ist, hängt unter anderem vom Betätigungsfeld ab“, betont Bartneck. Besonders beratende Berufsgruppen seien mit der „Dread-Disease“-Versicherung gut bedient. Nur wenige der überwiegend geistig arbeitenden Menschen würden tatsächlich berufsunfähig – und wenn, dann meist über einen kurzen Zeitraum. „Die hohen Kosten einer BU stehen relativ geringen und unwahrscheinlichen Leistungen gegenüber“, so der Versicherungsexperte. Gerade Selbstständigen oder Menschen mit hohen finanziellen Verpflichtungen ist mit der „Dread-Disease“-Versicherung im Falle einer schweren Erkrankung geholfen. Sie verfügen schell und unkompliziert über eine hohe Summe Geld, mit der sie Ersatz für die eigene Arbeitskraft finanzieren oder beispielsweise eine laufende Hypothek auslösen können.
Auch für die Absicherung und Fortführung des Betriebes können die Policen genutzt werden: Die so genannte „Key-Man“-Versicherung leistet, wenn ein leitender Angestellter schwer erkrankt, und stellt dem Unternehmen dann eine entsprechende Geldsumme zur Verfügung, um kurzfristig beispielsweise einen Interims-Manager einzustellen. Trotzdem: Auch eine adäquate Absicherung als Start-up darf nicht unterschätzt werden.
Auf einen angemessenen Versicherungsschutz weisen in der Regel auch die Gründungsberater vom Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft (RKW) Bremen hin. „Vielen fehlt vor allem am Anfang das Geld“, so Ralph Jänisch, Berater beim RKW. Das Szenario einer schweren Erkrankung verdrängen die Start-ups. Mögliche Konsequenzen realisieren viele nicht.
Weitere Informationen unter:
www.franzen-partner.de
Foto:
Jungunternehmer Norman Breitling wühlt sich durchs Dickicht der Versicherungen. Download zur freien Verwendung:
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