
„Finanzieller Analphabetismus“ - Schlagwort oder echtes Problem?
27.09.2006
Unternehmer und Private vernachlässigen Vorsorge und verschenken Millionen
Stuhr, September 2006. Für die gewählten Volksvertreter steht fest: Das Niveau der gesetzlichen Rentenversicherung wird in den nächsten Jahrzehnten so stark sinken, dass es für ein "auskömmliches Leben im Alter nicht mehr reicht", so formulierte es Franz Müntefering bei der Vorstellung des aktuellen Rentenberichts im März dieses Jahres. Das Thema private Altervorsorge hat die Köpfe der Deutschen aber noch längst nicht erreicht. Diesen Schluss legt die tatsächlich abgeschlossene Anzahl entsprechender privater Vorsorge- oder Rentenverträge nahe. Nach Meinung des Finanzexperten Michael Bartneck, Geschäftsführer des Finanzberaters Franzen + Partner, gibt es dafür eine Erklärung. Er beobachtet schon seit längerem ein Phänomen, das er mit den Worten "finanzieller Analphabetismus" beschreibt. Es handelt sich dabei um fehlendes Allgemeinwissen in den Bereichen Kapitalbildung, Fonds und Finanzierungsmodelle. Nach seiner Überzeugung müssen viele der heute 30-Jährigen Ihren Lebensabend in Armut verbringen.
Ob selbstständig oder angestellt, die Quote der Handelnden ist nach seiner Erfahrung auf beiden Seiten gering. Wir stellen immer wieder fest, dass kaum Basiswissen vorhanden ist. Ausdrücke wie Rendite oder effektiver Jahreszins sind für viele Menschen Fremdworte. Schon im Alltag gerät so mancher beim Thema Finanzen ins Schleudern. Das gilt erst recht, wenn Jahre oder Jahrzehnte geplant werden sollen, erläutert Bartneck. Hinzu komme die Vielzahl der kursierenden Namen für Produkte und Modelle, oft auch aus dem englischen Sprachgebrauch. Nach Meinung des Finanzexperten haben die Deutschen verlernt für sich selbst zu planen. Die immer noch überpräsente Idee des Wohlfahrtsstaates sei der lähmende Faktor. Bereits in der Schule sollte das individuelle Handwerkszeug zum Umgang mit Geld stärker vermittelt werden, meint der Finanzexperte.
Beim Thema Altervorsorge bestehe der größte Handlungsbedarf. Hier müssten nach Meinung des Experten die Arbeitgeber besser eingebunden werden. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben komme dem Unternehmer als Bindeglied zwischen Arbeitnehmer und Produktanbieter eine Schlüsselrolle zu. Arbeitnehmer sollten Ihre Chefs gezielt auf die betriebliche Altersvorsorge ansprechen. Es lohnt sich, meint Bartneck. Auch sein eigenes Unternehmen trage zur Überwindung des „Finanziellen Analphabetismus“ bei. So wird zum Beispiel im Dezember Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen, ehemaliges Mitglied der Rürup-Kommission, auf Einladung von Franzen + Partner in Delmenhorst einen Vortrag zum Thema Altervorsorge halten.
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Rendite, Kredit oder Zins?
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Welche Rendite hat mein Vertrag?
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Fragen zu dieser Pressmitteilung beantwortet:
Michael Bartneck
Franzen + Partner, WirtschaftsDienst für Frei Berufe GmbH
Telefon: 0421 - 499790, Fax: 0421 - 4984094
E-Mail: m.bartneck@franzen-partner.de
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