Es gibt einen Trend: Die energetischen Vorgaben für Immobilien verschärfen sich immer mehr. Ein Blick auf die aktuelle Diskussion.
Schon lange gilt die Energieeinsparverordnung (EnEV), sie wurde in mehreren Novellen regelmäßig verschärft. Eigentlich sollte die aktuelle Version 2016 nun durch ein neues Gesetzespaket abgelöst werden. Doch daraus wird nichts – vorerst.

GEG kommt vorerst nicht

Schon seit Monaten wird über ein neues Gebäudeenergiegesetz (GEG) diskutiert, in welches neben der EnEV auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) aufgehen sollte. Historisch betrachtet ist die EnEV ja selbst eine Vereinigung: Mit der ersten Einführung wurden die Bereiche Gebäudetechnik und Dämmung in ein einheitliches Regelwerk gegossen. Doch daraus wird nun erstmal nichts – zum Stand der Diskussion:
Gründe für das Scheitern: SPD und Union konnten sich im Koalitionsausschuss nicht über das Gebäudeenergiegesetz einigen, schreibt der “Der Tagesspiegel” am 30. März 2017. Demnach gab es Streit über den Energiestandard.
Kommentierung des Scheiterns: Naturgemäß bewerten unterschiedliche Lobbyisten das Scheitern des GEG unterschiedlich. Der Bundesverband Wärmepumpe beschuldigt die Regierungskoalition, dass diese sich von der Wärmewende verabschiede. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) fordert hingegen ein Umdenken. “Ein Weiter so beim Energieeinsparrecht mit ständig steigenden Vorgaben kann es nicht geben”, so der BID-Vorsitzende und BFW-Präsident Andreas Ibel in der Pressemitteilung. Der Verband sieht durch die geplanten Regelungen um 10 Prozent höhere Herstellungskosten auf die Bauherren zukommen.
Geplante Anforderungen für Neubauten: Der Fokus liegt beim GEG auf dem generellen Energiestandard für Neubauten. So müssen spätestens ab 2021 qua EU-Gebäuderichtlinie für alle Nicht-Wohngebäude höhere Energiestandards gelten. Im Referentenentwurf festgelegt wurde hier eine Annäherung an das KfW-Effizienzhaus 55 bzw. es wurde festgelegt, dass der Jahres-Primärenergiebedarf im Vergleich zu der Vorgängerverordnung um weitere 26 Prozent sinken und der U-Wert der Dämmung um 12 Prozent verschärft werden sollte.
Dennoch: Aufgeschoben ist noch längst nicht aufgehoben: Nach der Bundestagswahl im September wird das GEG garantiert wieder auf der Tagesordnung der Politik stehen. Bis dahin bleibt alles beim Alten.