Es ist zwar eine einfache Formel: lieber kaufen statt mieten. Aber bei der Entscheidung für ein Eigenheim spielen doch deutlich mehr Faktoren eine Rolle.

Leihen (=mieten) ist teurer als kaufen: Bei der Mietfalle schnappen die steigenden Mietpreise zu – und am Ende ist das Geld futsch. Dagegen dient der Kauf einer Immobilie auch der Kapitalbildung, das Eigenheim ist Altersvorsorge, mietfreier Altersruhesitz. Eine solche Rechnung ist leicht aufgemacht, aber leider nicht immer anhand harter Fakten zu belegen.

Faktoren für den Kauf-Miet-Vergleich bei Immobilien

Selbstnutzer bezahlen viel Geld für ihre Immobilie. Und das kann auch sinnvoll sein. Allerdings ist der “Kaufen-statt-Mieten”-Vergleich dabei eine viel zu starke Vereinfachung. Hier erhalten Sie eine sehr bewusst kritische Würdigung der verschiedenen Argumente im Überblick:

  • Miete = Kreditrate: Immer wieder wird behauptet, dass die Kreditrate im Prinzip der Miete für die Wohnung entsprechen würde, noch häufiger natürlich, dass sie “ein wenig” darüber liegt. Das ist die erste Milchmädchenrechnung. Denn natürlich vergleichen dabei die meisten Käufer die Bruttomiete mit der reinen Kreditrate – und vergessen dabei geflissentlich, dass auch beim Haus- oder Wohnungsbesitz diverse Nebenkosten anfallen. Und gerade in der Anfangszeit einer Finanzierung stimmt das in vielen Fällen sowieso nicht – Stichwort: Bereitstellungszinsen. Die fallen an, obwohl das Haus noch gar nicht bewohnt ist.
  • Mietfrei im Alter: Natürlich kaufen sich viele Menschen ihre Immobilie als Altersvorsorge, als Kapitalanlage fürs Alter. Aber schon das Argument der Nettomietfreiheit ist schwierig. Denn das setzt ja voraus, dass an der Immobilie niemals mehr nach dem Neubau irgendwelche Kosten anfallen würden. Natürlich kann bei der tropfenden Decke auch kostengünstig einfach ein Eimer untergestellt werden, besser ist hier aber eine Sanierung oder Instandhaltung.
  • Wertbeständigkeit: Unabhängig davon, dass wir momentan kaum Inflation haben, ist auch die oft behauptete Wertbeständigkeit der Immobilie nicht ganz richtig. Zum einen verliert eine Immobilie zumindest nach der Wertermittlungsrichtlinie per se an Wert, je älter sie wird. Das gilt eben insbesondere für selbstgenutzte Immobilien, die im Sachwertverfahren geschätzt werden. Zum anderen hängt natürlich eine mögliche Wertsteigerung oder wenigstens ein Werterhalt – also die tatsächlichen Verkehrspreise jenseits der Wertermittlungsrichtlinie – auch sehr stark von der konkreten Marktlage ab, also von der Zukunftsträchtigkeit einer Region. Und hier gilt wieder der alte Maklerspruch, was den nachhaltigen Wert einer Immobilie ausmacht: die Lage, die Lage, die Lage.
  • Individuelle Faktoren: Dennoch ist in vielen Fällen der Kauf einer selbstgenutzten Immobilie sehr sinnvoll. So gibt es zum Beispiel bestimmte Objekte einfach nicht als Mietwohnung. Und natürlich bieten eigene Immobilien viel mehr Freiheit, um etwa auf den Platzwunsch der Familie einzugehen. Das eigene Haus ist ein Stück weit eben die eigene Burg – “my home is my castle”. Verlässlicher wird diese Investition für Ihre Kunden durch mehrere mögliche Faktoren: eine vernünftige Budgetkalkulation, einen angemessenen Anteil an Eigenkapital und somit niedrige Zinsen, ein möglichst hoher Anfangstilgungssatz und auch durch eine relativ lange Laufzeit des Vertrags, durch den dann – gerade eben aufgrund der gerade niedrigen Zinsen – die Finanzierung möglichst lange gesichert ist.

Die pauschale Kosten-Nutzen-Rechnung funktioniert beim Immobilienerwerb also nicht. Es spielen immer eine ganze Reihe individueller und objektgebundener Faktoren eine Rolle. Das Erschütternde ist dabei: Viele Käufer wissen schon sehr genau, welches Parkett sie im zukünftigen Eigenheim haben wollen, nicht aber, wo die Finanzierung gestaltet werden soll. Hier setzt unsere Beratungsleistung an.

Praxistipp:

Es gibt viele gute Gründe, die für den Erwerb einer Immobilie zur Selbstnutzung sprechen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie sich über Ihre eigene finanzielle Leistungsfähigkeit im Klaren sind und sich auch realistisch mit den damit verbundenen laufenden Kosten auseinandersetzen. Hier können wir Ihnen mit unserer Erfahrung weiter helfen.